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26.06.2019   Alter: 23 Tage

Informationen zur Badedermatitis

Zerkarien können bei hochsommerlichen Temperaturen im Wasser auftreten


Die Zerkarien- oder Badedermatitis ist eine seit langem bekannte und in der Regel unkompliziert verlaufende Hautreaktion, die gelegentlich in natürlichen, wasservogelreichen Oberflächengewässern bei Badenden auftreten kann.

Bei dem Erreger der Badedermatitis handelt es sich um einen Saugwurm, dessen unterschiedliche Entwicklungsstadien insbesondere Wasservögel und Wasserschnecken befallen. Die sich in den Wasserschnecken entwickelnden Larven (Zerkarien) werden vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen im Wasser freigesetzt um nach ihrem Endwirt, dem Wasservogel zu suchen. Dabei kommt es vor, dass Zerkarien irrtümlich in die menschliche Haut eindringen, wo sie nach kurzer Zeit absterben.

Der Mensch ist für die Zerkarien daher ein Fehlwirt. Die eingedrungenen Zerkarien verursachen juckende, mückenstichartige Quaddeln auf der Haut, die nach etwa 10 bis 14 Tagen vollständig abklingen.

Bei zu Allergien neigenden Personen können jedoch Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und sehr selten Schockzustände auftreten. Erstgenannte Symptome bilden sich meist nach kurzer Zeit vollständig und folgenlos zurück. Durch Aufkratzen der Quaddeln kann es allerdings zu Entzündungen der betroffenen Hautbereiche kommen. Ein Verschlucken der Zerkarien führt nach heutigem Kenntnisstand nicht zur Erkrankung, auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Was tun, wenn eine Badedermatitis vermutet wird?

Wenn es nach dem Baden in einem natürlichen Gewässer zu einem Zerkarienbefall mit starkem Juckreiz der Haut kommt, kann die Einnahme von Medikamenten (Antihistaminika) und die lokale Anwendung von kühlenden, gegebenenfalls entzündungshemmenden Lotionen/Salben/Gelen Linderung der Symptome verschaffen.

Selbstverständlich ist anzuraten, immer dann einen Arzt aufzusuchen, wenn Unsicherheiten bezüglich der Art und Ausprägung beziehungsweise hinsichtlich des Verlaufs oder der Behandlung bestehen. Darüber hinaus können die Gäste sich mit Ihren Fragen auch an das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, Bereich Umweltmedizin/Umwelthygiene (Telefon: 0211 - 8995302) oder per Email an: gesundheitsschutz@duesseldorf.de wenden.

Wie kann ich mich beim Baden schützen?

Vorbeugend sollten Sie sich so wenig wie möglich im seichten Wasser aufhalten sowie schlammige, schilfbewachsene Uferareale beim Baden nicht betreten. In diesen Bereichen ist die stärkste Besiedlung mit Schnecken und damit die größte Zerkariendichte zu erwarten.

Nach dem Bad sollten Sie eine ausgiebige Dusche nehmen und sich mit einem Frottiertuch kräftig abreiben. Dadurch kann die Zerkarienzahl auf der Haut erheblich reduziert werden. Falls es schon juckt, ist es wichtig, möglichst wenig zu kratzen, um eine Infektion der betroffenen Hautareale zu verhindern.

Wasservögel sollten nicht gefüttert werden, denn nur wenn Wasservögel nicht durch die Fütterung an die Badeplätze gelockt werden, kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Badedermatits minimiert werden. Im Übrigen gibt es derzeit keine wirksame und ökologisch vertretbare Bekämpfungsmethode der Zerkarien.